Holunder: Naturmedizin pur

Kaum eine Frucht ist in der modernen Ernährung so vielfältig zu verwenden wie der Holunder (in Süddeutschland auch Holler genannt). Im Frühjahr nutzen wir die weißen Blütendolden für Tees und in Bierteig ausgebacken als einen leckeren Nachtisch. Aus Omas Zeiten kennen wir den Holundersaft als Heilmittel bei Husten und Fieber. Wir machen aus den im Herbst tief dunkelroten Früchten Saft und Marmelade. Auch als Kompott essen wir ihn gerne. Holunder wird zu Likör verarbeitet und zu einem Schnaps gebrannt. Der gilt als Verdauungsfördernd. Der Strauch ist völlig anspruchslos und wächst überall in Mittel- Ost- und Nordeuropa. Sie können Holunder kühl und dunkel lagern, aber nicht länger als zwei bis drei Tage, sonst werden die hochwertigen Inhaltsstoffe abgebaut. Holunder wurde von Menschen schon seit vielen Jahrtausenden genutzt.

Holunder mit wertvollen Pflanzenfarbstoffen

Die wichtigsten Inhaltsstoffe des Holunders sind viel Vitamin C, Pflanzenfarbstoffe und ätherische Öle, dazu kommen organische Säuren und Gerbstoff. Des weiteren hat er Vitamine der B-Gruppe, Kalium und Magnesium. Er hat nur wenig Kohlenhydrate und kein Fett. Einer der für die Gesundheit wichtigsten Vitalstoffe des Holunders sind Anthocyan und Cholin.

Holunder senkt Fieber

Holundersaft oder -tee gilt schon seit dem Altertum als schweißtreibendes und fiebersenkendes Mittel. Auch gegen Blasenleiden findet er Anwendung. Holunder wirkt blutreinigend, entzündungshemmend, pilztötend und krampflösend. Seine Pflanzenfarbstoffe bekämpfen Freie Radikale und stärken das Immunsystem. Außerdem erhöhen sie die Gehirnleistung. Er hilft auch bei Muskel- und Gelenkrheuma und gegen Arteriosklerose. Holundersaft ist so wertvoll für Ihre Gesundheit, daß Sie jetzt täglich 50 Milliliter trinken sollten.

Zwei Holunder-Rezepte

Holunder-Marmelade

Zutaten für eine Zubereitung:
Ein Pfund säuerliche Äpfel, ein Kilo Holunderbeeren, ein Kilo Gelierzucker, den Saft einer Zitrone, ein Viertelliter Wasser, ein Schuß Apfelsaft.

Zubereitung:
Die Äpfel würfelnen, mit dem Zitronensaft und der Hälfte des Gelierzuckers mischen, über Nacht zugedeckt ziehen lassen. Holunderbeeren waschen, von den Stielen streifen. Mit einem Viertelliter Wasser 5 Minuten sprudelnd kochen lassen und anschließend durch ein Tuch filtern. Diesen Saft abwiegen und mit Apfelsaft auf 600 g ergänzen. Die marinierten Apfelstücke kochen, den Saft zufügen und 2 Minuten kochen. Restlichen Gelierzucker einrühren, weitere 2 Minuten sprudelnd kochen lassen und die Marmelade in Gläser füllen und verschließen. Da können Sie noch einen hochprozentigen Schuß Alkohol (Rum oder Hollerschnaps) zufügen.

Holunder-Dip

Zutaten für eine Portion des Dips:
Eine reife und süße kleine Birne, 100 g Holundermarmelade oder -gelee, ein haber Becher Schlagsahne, ein Becher Schmand, Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer.

Zubereitung:
Holundergelee oder -marmelade glattrühren, dann mit dem Schmand verrühren. Die Birne schälen, entkernen, in sehr kleine Stücke schneiden und unterrühren. Schlagsahne steif schlagen, aber erst kurz vor dem Servieren unterheben. Den Dip kräftig mit Salz und Pfeffer abschmecken. Kühl servieren.

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