Mettwurst: Positive Fettsäuren
Unsere geliebte Mettwurst - eigentlich ist sie die deutscheste aller Würste. Denn sie passt zu allem, was wir gerne essen: Zu Sauerkraut und Bratkartoffeln, zu Eintöpfen, zu Kartoffelsuppe und zu Grünkohl. Als Zwiebel- oder Streichmettwurst essen wir sie auf dem Brot, geräuchert oder getrocknet essen wir sie auch gerne direkt aus der Hand. Mettwurst ist bekannt seit dem 16. Jhrhundert, sie hieß damals "metworst". Damals schon war es eine Rohwurst aus kräftig gewürztem Schweinehack, teilweise auch mit Rindfleisch gemischt. Damals wie heute wurde Mettwurst durch Räuchern oder Trocknen haltbar gemacht. Die beste Mettwurst kommt angeblich aus Thüringen und Hessen. Nun ist aber eine Mettwurst nicht gerade eine fettarme Sache, denn da muß schon ordentlich Speck rein. Hat das noch was mit moderner Ernährung zu tun? Schaun wir mal.
Der Bundeslebensmittelschlüssel nennt für grobe Mettwurst pro 100 Gramm 311 kcal, 27 Gramm Fett, 17 Gramm Eiweiß, 52 Gramm Wasser, so gut wie keine Kohlenhydrate, 3 Gramm Mineralstoffe und 65 Milligramm Cholesterin. Ihr Vitamingehalt ist uninteressant, dafür aber gibt es 860 Milligramm Natrium und 1 158 Milligramm Chlorid. Immerhin hat sie 3 Gramm mehrfach ungesättigte Fettsäuren und fast 12 Gramm einfach ungesättigte Fettsäuren in ihren insgesamt 27 Gramm Fett.
Mit ihren 311 kcal ist Mettwurst nicht gerade eine Diätnahrung, aber es gibt da viel gewaltigere Kalorienbomben in unseren Lebensmitteln. Also ist gegen einen gelegentlichen Verzehr absolut nichts einzuwenden. Da aber bei der Herstellung Salz eine große Rolle spielt ist sie mit Vorsicht zu genießen. Positiv ist der Anteil der einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren am Gesamtfett. Denn die brauchen wir für den Zellaufbau. Wir dürfen bei der Mettwurst einfach nicht vergessen: Sie stammt aus einer Zeit, in der die Arbeitswelt noch so beschaffen war, daß die Menschen kräftig und fettreich essen mussten um auf die benötigten Kalorien zu kommen. Deshalb sollten Sie beim Verzehr von Mettwurst darauf achten, daß es vielleicht nicht unbedingt das deftige Butterbrot, mit Mettwurst belegt, sein muß. Wenn Sie Mettwurst zum Kochen nehmen, dann sollten Sie die Deftigkeit durch die Beilagen mildern. Mettwurst u n d gepökelten Schweinebauch zum Grünkohl ist eindeutig zu viel des Guten. Wichtig für Figurbewusste: Es gibt auch Puten-Mettwurst.
Zwei Rezepte mit Mettwurst
Sauerkrautauflauf mit Mettwurst
Zutaten für vier Personen:
800 g Sauerkraut, zwei Wacholderbeeren, ein TL Kümmel, zwei mittelgroße Zwiebeln, ein EL Schmalz, ein Viertelliter Apfelsaft, ein Lorbeerblatt, drei Mettwürste, 750 g Kartoffeln, ein Ei, eine Prise Mehl, Salz und Pfeffer.Zubereitung:
Die Würste in Scheiben schneiden, Kartoffeln fein reiben. Die Kartoffelmasse ausdrücken und mit dem Ei, etwas Mehl, Salz, Pfeffer und der Wurst vermischen. Zwiebeln würfeln und im Schmalz braten. Sauerkraut und Gewürze zugeben, Apfelsaft angießen. Zugedeckt 30 Min. schmoren lassen. Die Flüssigkeit sollte fast verdampft sein. Den Backofen auf 220 Grad vorheizen, eine feuerfeste Form mit Öl einreiben, Kraut und Kartoffeln schichtweise einlegen, mit einer Kartoffelschicht nach oben abschließen. Im Ofen etwa 35 Minuten backen, bis die obere Kartoffelschicht goldbraun ist.
Mettwurst angemacht
Zutaten für 4 Personen:
Ein halbes Pfund streichfähige Mettwurst, eine Knoblauchzehen, zwei Schalotten, ein TL scharfen Senf, 50 g Schmelzkäse, eine Gewürzgurke, ein hart gekochtes Ei, zwei TL Remoulade, zwei TL edelsüßes Paprikapulver, ein Schuß Maggi.Zubereitung:
Die streichfähige Mettwurst und den Käse gut mischen, Gurke, Schalotten und Ei ganz klein würfeln und darunter mischen, die Knoblauchzehe zerdrücken und beifügen, abschmecken, in eine Schale geben und mit der Gabel gut mischen. Dazu kräftiges dunkles Brot reichen.
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