Laktoseintoleranz
Milchzucker: Gefahr für Millionen Menschen
Milch und Milchprodukte, Buttermilch oder auch Käse werden zu den gesunden und modernen Lebensmitteln gezählt. Leider nicht für alle Menschen: Rund 12 Millionen Menschen in Deutschland leiden an einer Unverträglichkeit des darin enthaltenen Milchzuckers, Laktose genannt. Die Folgen sind keineswegs harmlos: Kopfschmerzen, Blähungen, Durchfall, Übelkeit Darmkoliken. Das kann zu chronischen Darmerkrankungen führen.
Das Schlimme ist: Nur wenige Erkrankte wissenden, dass hinter ihren gesundheitlichen Problemen keine Infektion steckt. So werden regelmäßige Durchfälle Salmonellen, Choleraerregern oder der Amöbenruhr zugeschrieben. Dabei steckt ein harmloser Stoff dahinter, den gesunde Menschen problemlos vertragen: Milchzucker.
Milchzucker finden wir in sehr vielen Lebensmitteln. Weil sie gesund sind, essen wir mehr Milchprodukte als je zuvor. Aber Milchzucker steckt eben nicht nur in Milch und Käse, Sahne und Quark, sondern auch häufig in Wiener Würstchen, Backwaren, Zuckersachen, sogar in Pommes, Süßstofftabletten und vielen Medikamenten. Alles Nahrungsmittel, die wir überall in den Regalen der Lebensmittelläden finden. Also müssen wir drei Dinge unbedingt wissen:
1. Leide ich an einer Milchzucker-Unverträglichkeit (Laktose-Intoleranz)?
2. Wo ist der Milchzucker überall drin?
3. Was kann ich ohne Bedenken essen?
Es ist nicht schwer, festzustellen ob gesundheitliche Probleme von einer Milchzucker-Unverträglichkeit herrühren: Gehen Sie zum Arzt und lassen dort einen Laktose-Test machen. Der geht so:
Sie müssen morgens nüchtern erscheinen und eine Lösung mit 50 Gramm Milchzucker trinken. Dann wird in zeitlichen Abständen etwas Blut entnommen, beziehungsweise der Wasserstoffanteil in der Atemluft gemessen. Beide Verfahren geben Aufschluss darüber, ob der Milchzucker in abnormaler Weise vom Körper verwertet wird.
Laktose-Intoleranz ist ein Enzymdefekt Der ist bei Männern wie Frauen etwa gleich häufig. Der Organismus bildet zu wenig (oder gar kein) Enzym Laktase. Das braucht er aber, um den Zweifachzucker Laktose in seine Bestandteile Traubenzucker und Galaktose aufzuspalten.
Enzymmangel: Milchzucker wird nicht verdaut
Mit zunehmendem Alter bildet der Körper immer weniger Laktase. Wenn es fehlt, wird der Milchzucker nicht verdaut, sondern in tiefere Abschnitte des Darms abgeschoben, wo Bakterien ihn zu Wasserstoff, Kohlendioxid und Methan zersetzen. Diese Kleinmoleküle ziehen Wasser aus dem Organismus in den Darm; entstehende organische Säuren aktivieren die Darmbewegung, und schon haben Sie einen Durchfall.
Dazu können folgende gesundheitlichen Probleme kommen:
- Heftige Blähungen
- Schwindel
- Übelkeit
- Depressive Verstimmungen
- Unreine Haut
- Müdigkeit
- Ja sogar Bluthochdruck und Herzrasen wurden schon beobachtet
Hier kann Milchzucker drin sein:
- Margarine und Butter
- Wurst
- Torten und Kuchen
- Hamburgern
- Ketchup und Mayonnaise
- Kartoffelpüree
- Salatdressings
- Knödeln aus der Packung
- Soßenbindern und Streuwürze
- Schokoriegel
Deshalb ist es wichtig, sich zu erkundigen ob die angebotenen Lebensmittel laktosefrei sind.
Auf der sicheren Seite sind Sie bei folgenden Lebensmitteln:
- Obst, Gemüse und Fruchtsäfte
- Kaffee und Tee
- Öl
- Reis, Nudeln und Kartoffeln
- Sojamilch
- Frischfleisch, frischer Fisch und Geflügel
- Eier
- Zucker
- Hülsenfrüchte, Getreide, Salz und Nüsse
Aber einen Trost gibt es für Menschen, die gesund und modern essen wollen - eben auch Milchprodukte: Recht gut vertragen werden auc h von Laktose-Patienten Joghurt und Kefir. Der Grund: Die darin enthaltenen Laktobakterien ersetzen sozusagen die Laktase – und helfen den Milchzucker im Darm abzubauen.
Noch etwas: Milchzucker wird als leichtes Abführmittel angepriesen, dabei jedoch die manchmal schädliche Wirkung auf den Organismus nicht erwähnt. Also Vorsicht.
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