Gesunde Ernährung

Pommes, Sahneeis, Chips: Ihre Transfette machen Depressionen

Pommes, Sahneeis, Chips:  Ihre Transfette machen Depressionen
© Birgit Reitz-Hofmann - Fotolia.com

Transfette machen dick, Transfette machen Arteriosklerose und Transfette machen gemütskrank. Sie stecken in industriell gefertigten Lebensmitteln, verkrusten unsere Blutgefässe. Wo die chemisch gehärteten Öle drin sind, welchen Schaden sie anrichten, was Sie nicht essen sollten, wo sie schon verboten sind.

Fett macht dick, das wissen wir. Aber die Transfette, die machen zusätzlich auch noch krank. Und wir finden sie schon in unendlich vielen Lebensmitteln, in den Regalen unserer Lebensmittelmärkte, in den Kiosken an den Schulen, in den Pommes-Buden am Strassenrand. Sie sind wie eine Seuche. Sie treiben das Herz-Kreislaufrisiko dramatisch in die Höhe. Doch nun zeigt sich, dass der Verzehr noch auf eine ganz andere Weise bedenklich ist: "Schon geringe Mengen können offenbar das Risiko für Depressionen erheblich erhöhen", erklärt die Forscherin Almuten Sánchez Villegas von der Universität Las Palmas dem Internetdienst "NetDoktor".

Transfette sind chemisch gehärtete Öle für Lebensmittel: Sie machen sie streichfähig, cremig und haltbar, können nur schwer ranzig werden. Und sie sind sehr billig. Wir finden Transfette zum Beispiel in Tütensuppen, Speiseeis, Keksen, Fast Food, Fertiggerichten, Blätterteig oder Schokocreme. Sie können aber auch beim Erhitzen von natürlichen Ölen entstehen, zum Beispiel beim Frittieren von Pommes oder anderen Speisen.

In ihrer Studie wertete die spanische Wissenschaftlerin Aussagen von 12 000 Hochschulabsolventen über einen Zeitraum von sechs Jahren aus. 657 erkrankten in dieser Zeit an Depressionen. Dabei stellte sich heraus: Die Teilnehmer mit einem hohen Transfett-Verzehr hatten ein fast 50 Prozent höheres Depressions-Risiko. Je höher der Konsum war, desto höher war die Wahrscheinlichkeit, depressiv zu werden", erklärt Sánchez Villegas.

Der höchste Verbrauch lag bei 0.4 Prozent der gesamten verzehrten Energiemenge. In den USA liegt er weit höher, bei 2.5 Prozent. Transfette haben im Körper allerlei "unheilvolle Effekte": Sie sind schwerer verdaulich als andere Fette und treiben den Spiegel von schlechtem LDL-Cholesterin in die Höhe, während der des schützenden HDL-Cholesterins sinkt. Das führt dazu, dass sich in den Blutgefäßen verstärkt Plaques sammeln. Sie sind die Hauptursache für einen Infarkt. Doch Transfette richten noch weiteren Schaden an: Sie stören die Funktion des Endothels, eine schützende Zellschicht an der Innenseite der Gefäßwände.

Transfette können sich auch auf die Psyche auswirken. wirken sich störend auf Botenstoffe im Gehirn aus, wie beispielsweise Serotonin", erklärt die Wissenschaftlerin. Außerdem blockierten sie den Wachstumsfaktor BDNF, der für Bildung, Funktion und Plastizität der Nervenzellen zuständig ist. Insofern ist nachvollziehbar, dass für Menschen, die Transfette konsumieren, das Depressionsrisiko steigt.

In Dänemark und Island sind die Lebensmittelgetze so, dass der Anteil von Transfettsäuren in Nahrungsfetten unter zwei Prozent liegen muss. In einigen US-Bundesstaaten ist ihr Verwendung in Restaurants total verboten. Bei uns besteht noch nicht einmal eine Kennzeichnungspflicht für Lebensmittel mit Transfetten.

Einen sehr guten Schutz bietet Olivenöl. Es schützt nicht nur das Herz, sondern wirkt auch Depressionen entgegen. Teilnehmer an der Studie, die ca. 20 g Olivenöl am Tag konsumierten, senkten ihr Depressionsrisiko um 20 bis 30 Prozent.

Es gibt weltweit eine unheimliche Parallele: In den letzten Jahrzehnten ist die Zahl der Depressionserkrankungen stark gestiegen - und der Verbrauch an Transfetten hat rapide zugenommen. Deshalb sollten Sie die Aufnahme von Transfetten verringern oder vermeiden:

* Verwenden Sie in der Küche hochwertige Pflanzenöle, die reich an einfach-und mehrfach ungesättigten Fettsäuren sind: zum Beispiel Olivenöl oder Rapsöl. Diese Fette in vielen Speisen reduzieren zu einem gewissen Teil den negativen Einfluss von Transfettsäuren.

* Wenn Sie auf einer Lebensmittel-Packung die Bezeichnung "gehärtetes Pflanzenfett" oder "pflanzliches Fett, teilweise gehärtet" lesen, dann deutet das auf Transfette hin. Je weiter vorn auf der Inhalts-Liste diese Bezeichnung steht , desto mehr Transfettsäuren sind drinnen. Nicht kaufen.

* Fast Food, fette Backwaren und Popcorn, das für die Mikrowelle produziert wird , sollten nur sehr selten auf dem Speiseplan stehen oder ganz aus der Nahrung verbannt werden.

* Wenn Sie zuhause mit Öl frittieren oder ausbacken, dann lassen Sie das Öl nie zu heiss werden und nehmen Sie immer frisches.

* * Wer etwa zum Frühstück eine Quarktasche genießt, mittags Pommes mit Chicken Nuggets und abends eine Hand voll Mikro-Popcorn, der hat eine Überdosis Transfette konsumiert. Wenn das einmal in 3 bis 4 Wochen der Fall ist, dann stellt das noch keine Gefahr dar. Passiert es täglich, dann wird das mit der Zeit zu einem gravierenden, gesundheitlichen Problem. Vor allem dann, wenn der Betreffende von seinen Genen her ohnehin zu frühzeitiger Arteriosklerose neigt.